Geweihte Nacht

J. Weismann

Die Erdennacht erzittert

von einem seligen Glanze

und von Geburt umwittert.

Die Berge knien im Licht

und weiß die Anger blühen

den Glanz im Angesicht.

Und Könige ziehn und Weise

von einem Stern geleitet

verklärt in stummer Reise.

Die Wälder ruhn verstummte

Heerscharen still am Wege

in Silberlicht Vermummte.

Die Bäche beten leiser

in frommen Wiesengründen.

Lautlos gebeugt die Reiser.

Verschlafene Furchen dehnen

den schmalen Leib in Sehnen,

von süßen Saaten schwanger.

Vom Glanze bei den Schafen

die Hirten stehn geblendet.

Und Städte tiefer schlafen.

Bestreut vom Sternenfalle

ist einem Kind bereitet

Geburt in einem Stalle.

Von Seligkeit umstellt

sinkt eine Jungfrau nieder;

Nun komme, Heil der Welt.