Zaubrische Entfremdung
J. Weismann
Leise unkt es in den Weihern.
Käuzchen ruft fast treugefährlich
und die Wiese geht mit Schleiern
unterm Mond vorüber zärtlich.
Alle Dinge sind verkleidet
höher sich ihrer selbst zu freun,
was sich sucht und sich gemeidet
zaubrischer sich hin zu streun.
Pappel reckt sich weiß beseidet,
Strauch verkupfert, Haus verascht.
Blaues Reh zum Taufeld weidet
liebeleidig, lieberhascht.
Scheuen Falters Flug verwirrt sich
fremden Fluge zugewähnt.
Einsam Taubengurrn verirrt sich,
ach vielleicht dir zugesehnt.
Du auch Seligstem verwoben
bist entfernter allgemach:
liebst dich stumm aus dir erhoben
einem fernen Sterne nach.