Mai
Jean Sibelius
Hell strahlt die Sonne die Wolken, die schimmern,
klarblaue Wellen, sie glitzern und flimmern,
eifrig schon bauen die Vöglein ihr Nest,
und alle Stürme, sie schlafen nun fest.
Blumen schon sprießen im Feld und im Garten,
milder nun werden die Herzen, die harten;
fleißig im Walde der Kuckuck schon singt,
der ja die Botschaft vom Frühling uns bringt.
Froh nun die dumpfigen Ställe zu meiden,
ziehen die Herden hinaus auf die Weiden;
draußen auch wieder im Sonnenglanz
singen die Mädchen beim fröhlichen Tanz.
Nicht mehr von brausenden Stürmen getragen,
sieht um die Schiffe die Möwen man jagen;
nicht mehr ertönet ihr heiserer Schrei,
da nun die Drossel begrüßet den Mai.
Auch in mein Herz, in das kranke, verzagte,
das auf ein Glück nicht zu hoffen mehr wagte,
zieht mit den Blüten, dem Sonnenschein
Frühling, der herrliche wieder ein!