Zwei Wasser

Johann Diebold

Ach Elselein, liebes Elselein mein,

Wie gern wär ich bei dir;

So sind zwei tiefe Wasser,

Wohl zwischen dir und mir.

Willt du dich lassen abwenden drum,

Weil sind der Wasser zwei,

Da doch sonst mancher stolzer Knab

Leidt noch so mancherlei.

Ach Lieb, das schrecket mich allein,

Daß ich nicht fahren kann,

Und wenn dann bräch das Schiffelein,

Müßt ich bald untergahn.

Ach nein, das soll geschehen nit,

Ich selbst helf rudern dir,

Damit du nur in kurzer Zeit,

Herzliebster kommst zu mir.

Weil du's, schöns Lieb, denn meinst so gut,

Will ich's gleich wagen frei,

Allein das bitt' ich fleißig dich,

Steh mir ohn' Falschheit bei.