Das Grab

Johann Friedrich Karl Lauer

Ruhig ist des Todes Schlummer

Und der Schooß der Erde kühl,

Da stöhrt unsre Ruh kein Kummer

Nicht der Leidenschaften Spiel;

Unsre Sorgen groß und klein

Schlummern alle mit uns ein.

Über unsern Hügel schwinget

Die Vergessenheit den Stab,

Und der Schmähsucht Stimme dringet

Nicht ins stille dunkle Grab;

Fehler die uns hier besiegt,

Werden dann nicht mehr gerügt.

Unsre Seufzer, unsre Thränen,

Werden ewig dann gestillt,

Unsre Wünsche, unsre Sehnen,

Alles, alles wird erfüllt.

Herzen die sonst heiß gewallt

Liegen fühllos dann und kalt.

Läg' auch meines von den Sorgen

Dieses Lebens unempört,

In der Erde Schooß verborgen

Wo nichts seinen Frieden stört! --

Kühles Grab, o wenn nimmst du

Mich in deine stille Ruh?