Am Grabe

Johann Heinrich Conrad Molck

Am Grabe stehn wir stille

Und säen Thränensaat,

Des lieben Pilgers Hülle,

Der ausgepilgerthat.

Er ist nun angekommen,

Wir pilgern noch dahin,

Er ist nun angenommen,

Der Tod war ihm Gewinn.

Er schaut nun, was wir glauben,

Er hat nun, was uns fehlt,

Ihm kann der Feind nichts rauben,

Der uns versucht und quält.

Ihn hat nun als den Seinen

Der Herr dem Leib entrückt,

Und während wir hier weinen,

Ist er so hoch beglückt.

Er trägt die Lebenskrone

Und hebt die Palm' empor,

Und singt vor Gottes Throne

Ein Lied im höhern Chor.

Wir armen Pilger gehen

Hier noch im Thal umher,

Bis wir ihn wiedersehen,

Und selig sind, wie er.