An ein Röschen

Johann Rudolf Zumsteeg

Gleich der Rose welk' ich hin,

Blaß und traurig wie ich bin,

Täglich nagen mir am Herzen

Tiefer Schwermut stille Schmerzen,

Gleich der Rose welk' ich hin.

O wie blühest du so schön

Aber bald wirst du vergehn -

Ach nur flüchtige Secunden,

Und dein Rot ist hingeschwunden,

Und da blühst nicht mehr so schön.

Einst ruft dich ein beßer Glück

Mit dem neuen Lenz zurück,

Dann wird Blüte, Saft und Leben

Dir der holde Frühling geben,

Und du fühlst ein beßer Glück.

Ruhig sterb ich so mit dir,

Rose, bald! bald droht auch mir

Die Verwesung, meine Glieder

Geb ich froh der Erde wieder,

Ruhig sterb ich so mit dir.

Werd' ich gänzlich sterben? Nein!

Nein ich werde ewig sein!

Einst wird zu dem beßern Leben

Sich mein reiner Geist erheben,

Und ich werde ewig sein.