Ständchen an Feodoren

Johann Rudolf Zumsteeg

Rings walten Todesstille,

Und Schlaf und Mitternacht.

Der Wolken Nebelhülle

Verbirgt des Mondes Pracht.

Kein Sternchen flimmert heute;

Doch lieb' ich meinen Pfad.

Holdseligste der Bräute!

Dein Vielgetreuer naht.

Sanft unter Harfentönen

Erwache, Zauberin!

Ich schlummre nicht vor Sehnen.

Du hast mich ganz dahin.

Mehr, als des Herzens Traute,

Welt, Himmel bist mir du.

O lisple Liebeslaute

Mir vom Balkone zu!

»Ich liebe Feodoren;

Ich lieb' und wanke nie.

Sie ward für mich gebohren,

Gebohren ich für sie.«

Das ist mein bestes Wissen,

Mein seligster Gewinn.

Sie kann ich nimmer missen. -

Erscheine, Zauberin!