Zeitgesang

Johann Rudolf Zumsteeg

Schwand nicht mit Pfeilesschnelle,

Wie Schaum der Silberwelle,

Ein Lebensjahr im Flug dahin?

Wir sah'n es, schwer beladen

Mit guten, bösen Taten,

Zu grauer Vorzeit Urne flieh'n.

Vom Zahn der Zeit benaget,

Von manchem Weh geplaget,

Entrannen wir der Erde Loos.

Ach! manchen unsrer Freunde,

Der treu sich uns vereinte,

Umschloß der Gräber ernstes Moos.

Chor:

Ach! manchen unsrer Freunde,

Umschloß der Gräber ernstes Moos.

Allein auch Rosen blühten,

Trotz rauher Stürme Wüten,

Auf des durchwallten Jahres Bahn.

Geschmückt mit hellem Kranze,

Nah't oft im Zeitentanze

Die Freude sich zu uns heran.

Chor:

Oft naht' im Zeitentanze

Die Freude sich zu uns heran.

Des Krieges Fackel brannte

In nahem, fernem Lande.

Wie oft erbebten, zagten wir!

Doch von uns abgehalten

Ward sie durch Gottes Walten.

Dank sei ihm, heißer Dank dafür.

Chor:

Ward sie durch Gottes Walten.

Dank sei ihm, heißer Dank dafür.

Drum durch der Zukunft Auen

Laßt, Freund'! uns ohne Grauen

Die Pilgerstraße weiter zieh'n.

Des Himmels Sterne funkeln,

Und keine Furcht soll dunkeln

Der Hoffnung unverwelklich Grün.

Chor:

Und keine Furcht soll dunkeln

Der Hoffnung unverwelklich Grün.

Mit brüderlichen Flammen

Kommt, treten dicht zusammen,

Und schließt den heil'gen Jahrsverein;

Daß unsrer Ziele Höchstes,

Daß unsrer Wünsche Nächstes

Sei: für die Menschheit tätig sein!

Chor:

Ja, unsrer Wünsche Nächstes

Sei: für die Menschheit tätig sein!