Der Bund

Johann Xaver Sterkel

Hast du's in meinem Auge nicht gelesen

Was ungestüm dein Mund seit gestern fragt?

Ich ahn' in dir das gleichgeschaffne Wesen,

Und meines Daseins öde Dämmrung tagt;

In dunkler Wolke webt mit leiser Hand

Die Sympathie geheimnißvoll ihr Band.

Empfang', Ersehnter, diese Freudenzähre

Zum Dank, daß du den Himmel mir enthüllt!

Der Erd' entführt ins Thal der Schattenchöre

Einst Psyche nur allein dein holdes Bild;

So rettete von Tauris wildem Strand

Sein Heiligtum Orest ins beßre Land.

Du, den ich kühn aus Tausenden erwähle,

O Schöpfer hoffnungsvoller Blüthenzeit!

In diesem Kuß nimm meine ganze Seele,

In diesem Ring, das Pfand der Ewigkeit;

Am Sternenhimmel flammt das heil'ge Wort:

Der Geister Einklang tönt unendlich fort.