Freude, Friede, Hoffnung
Johann Xaver Sterkel
Wer ist's, die so freundlich des Lebens Bild,
Hinzaubert dem trunkenen Blick?
Die den Becher der Liebe mit Nektar füllt,
Fest hält an der Schwinge das flüchtige Glück?
Es ist die Freude, die leis und zart
Sich wiegt auf den Blüthen der Gegenwart.
Wer ruft dir manch tröstendes himmlisches Wort
Ins einsam klagende Herz?
Wer scheucht von der Stirne den Kummer fort,
Vom Busen den nagenden, wilden Schmerz?
Es ist der Friede der ewig jung,
Wohnt in dem Hain der Erinnerung.
Wer, wenn dich der Zauber im Leben verläßt,
Reicht freundlich die Hand dir, und mild?
Und hält sie so treu, und so liebend fest,
Wenn rings sich der Himmel mit Sturm umhüllt?
Es ist die Hoffnung, die schön und licht
Der Zukunft heiliges Dunkel bricht.