Zeit ist endlos, Herr
Josef Alexander
Zeit ist endlos, Herr, in Deinen Händen.
Keinen gibt's, der Deine Stunden zählt.
Tage, Nächte fliehen vorbei
Und die Jahrtausende erblüh'n und welken hin
Gleich Blumen. Doch Du kannst warten.
Deine Jahrhunderte geh'n hin, eins nach dem andern
Und eine kleine Wiesenblume ist das Werk, das sie vollendet haben.
Wir aber dürfen keine Zeit verlieren,
Wir haben keine Zeit,
Und deshalb müssen wir uns um unsern Vorteil raufen.
Wir sind zu arm, als daß wir uns verspäten dürften.
Und daher kommt es, daß meine Zeit vorübergeht;
Ich geb' sie
jedem zänkischen Mann, der sie erheischt:
Indessen ist zuletzt Dein Altar
Leer von allen Opfergaben.
Doch wenn der Tag zu Ende ist, dann haste ich vor Furcht,
Es könnte Dein Tempeltor geschlossen sein -
Und finde, es ist noch immer Zeit.