Ein Lied
Joseph Martin Kraus
Ich bin vergnügt, im Siegeston
Verkünd' es mein Gedicht,
Und mancher Mann mit seiner Kron
Und Scepter ist es nicht.
Und wär' er's auch; nun, immerhin!
Mag er's! so ist er, was ich bin.
Des Sultans Pracht, des Mogols Geld,
Des Glück, wie hieß er doch,
Der, als er Herr war von der Welt,
Zum Mond hinauf sah noch? -
Ich wünsche nichts von alle dem,
Zu lächeln drob fällt mir bequem.
Zufrieden seyn
, das ist mein Spruch!
Was hülf mir Geld und Ehr?
Das, was ich hab', ist mir genug,
Wer klug ist wünscht nicht sehr;
Denn, was man wünschet, wenn man's hat,
So ist man darum doch nicht satt.
Und Geld und Ehr ist obendrauf
Ein sehr zerbrechlich Glaß.
Der Dinge wunderbarer Lauf,
(Erfahrung lehret das)
Verändert wenig oft in viel,
Und setzt dem reichen Mann sein Ziel.
Recht thun, und edel seyn und gut,
Ist mehr als Geld und Ehr;
Da hat man immer guten Muth
Und Freude um sich her,
Und man ist stolz, und mit sich eins,
Scheut kein Geschöpf und fürchtet keins.
Ich bin vergnügt, im Siegeston
Verkünd' es mein Gedicht,
Und mancher Mann mit einer Kron
Und Scepter ist es nicht.
Und wär' er's auch; nun, immerhin!
Mag er's! so ist er, was ich bin.