Fischerknabe
Josephine Lang
Des Abendsterns ersehnter Schein
Beglänzt den Saum der Flut,
Der Knabe zieht den Kahn herein,
Der still im Hafen ruht.
"Mein Tagewerk ist treu vollbracht,
Doch, liebe Seele, sprich,
O sprich, wie soll die lange Nacht
Vergehn mir ohne dich?"
Am Ufer steht ein Weidenbaum
Und dran gelehnt ein Stein,
Darunter liegt in schmalem Raum
Ihr kaltes Totenbein.