Nun danket alle Gott
Josephine Lang
Nun danket all und bringet Ehr,
ihr Menschen in der Welt,
Dem, dessen Lob der Engel Heer
im Himmel stets vermeldt.
Ermuntert euch und singt mit Schall
Gott, unserm höchsten Gut,
Der seine Wunder überall
Und große Dinge thut.
Der uns von Mutterleibe an
frisch und gesund erhält,
Und wo kein Mensch nicht helfen kann,
sich selbst zum Helfer stellt.
Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt,
doch bleibet gutes Muths,
Die Straf erläßt, die Schuld vergibt
und thut uns alles Guts.
Er gebe uns ein fröhlich Herz,
erfrische Geist und Sinn,
Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz
ins Meeres Tiefe hin.
Er laße seinen Frieden ruhn
in Israelis Land,
Er gebe Glück zu unserm Thun
und Heil in allem Stand.
Er laße seine Lieb und Güt
um, bei und mit uns gehn,
Was aber ängstet und bemüht,
gar ferne von uns stehn.
So lange dieses Leben währt,
sei er stets unser Heil,
Und bleib auch, wann wir von der Erd
abscheiden, unser Teil.
Er drücke, wenn das Herze bricht,
uns unsre Augen zu,
Und zeig uns drauf sein Angesicht
dort in der ewgen Ruh.