Im Mai

Julius Bittner

Laß uns durch den Maien gehen,

wandern durch die grüne Au

und in gold'nen Himmel sehen,

der ob uns steht strahlend blau.

Klar und hell wie Vogelstimmen

geht über uns ein leichter Wind

und Falter sind da und summende Immen,

all das lustige Sommergesind.

Willst du jetzt von Scheiden reden,

sieh, die ganze Natur sagt: Blieb!

und sie rät es einem jeden:

Such dir rasch ein liebend Weib!

Laß uns durch den Maien wandern

froh der wunderschönen Zeit,

eins ins Auge sehn dem andern,

denken nur dieser Seligkeit.

Schweig, o schweig von Pflicht und Müssen!

Schau, der Mai ist voller Freud'!

Laß mich dich, Geliebter, küssen.

Sonne scheint, und: Heut' ist heut'!