Unruhe
K. Bürgel
Mein Herz ist voll, mein Haupt ist schwer,
Es treiben Gedanken sich drin umher
Und nirgend find' ich Ruh' noch Rast,
Weiss nicht, was so wunderbar mich erfasst.
Mir ist, als ob in der ganzen Welt
Nichts mehr sich traut zu mir gesellt,
Es ist so wüst um mich herum,
Mein Blick ist trübe, mein Mund ist stumm.
Ich sinn' und sinne hin und her
Wo es am besten für mich noch wär',
Und bin ich kaum an einem Ort,
Da treibt's gewaltsam mich wieder fort.
Seit ich in's Auge Dir geschaut,
Mein volles Herz Dir anvertraut,
Da ist es ganz um mich gescheh'n,
Ich möchte vor Pein und Lust vergeh'n.
O wüsstest Du mein Herzeleid,
Das Du mir schufst, Du süsse Maid!
Dann gäbe wohl dein Liebesblick
Mir Glück und Ruhe wieder zurück.
So trag' ich still in meiner Brust
Das schwere Leid, Dir unbewusst;
Ich nehm' es, meine ganze Hab'
Hinab mit mir in's tiefe Grab.