Haidenröslein

K. Goepfart

Du lieblich holde Kindsgestalt,

wie trüb ist deiner Augen Schein!

Bist wi ein Röslein aus dem Wald,

so sinnig, unschuldsvoll und rein!

Dein Vater ist ein Bettler nur,

doch liegt auf deinem Angesicht

von jener Schönheit reiche Spur,

die tief beredt zum Herzen spricht.

Des Waldes Fee hat dich bewacht,

in ihrem Schoß hast du geruht,

sie schützte dich mit ihrer Macht,

auf dass du bleibest fromm und gut.

Es lockt die Welt mit Glanz und Gold

verführerisch wie Irrlichtschein;

o folg' ihr nicht, du Röslein hold,

im Herzen wohnt das Glück allein.