Wie schad', dass ich kein Pfaffe bin

K. Grammann

Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin.

Das wäre so mein Fach.

Ich bummelte durchs Leben hin

Und dächt' nicht weiter nach.

Mich plagte nicht des Grübelns Qual,

Der dumme Seelenzwist,

Ich wüßte ein für allemal,

Was an der Sache ist.

Und weil mich denn kein Teufel stört,

So schlief' ich recht gesund,

Wär' wohlgenährt und hochverehrt

Und würde kugelrund.

Käm' dann die böse Fastenzeit,

So wär' ich fest dabei,

Bis ich mich elend abkasteit

Mit Lachs und Hühnerei.

Und dich, du süßes Mägdelein,

Das gern zur Beichte geht,

Dich nähm' ich dann so ganz allein

Gehörig ins Gebet.