Morgendämmerung

K. Horwitz

Zaudernd löst sich die Nacht von der Erde,

langsam läßt sie die Weiten los,

alles Dunkel entweicht in die Wälder

und in der Blüten bergenden Schoß.

Und den Falten der Kelche entsteigen

schillernde Düfte und schwingen zart,

tragen ein Singen durch sterbendes Schweigen

auf in dankender Himmelfahrt.

Aus dem Dämmer der Morgenschatten

gleitet erwachend ein leises Licht.

Zwischen den flockigen Engelsflügeln

hebt die Madonna ihr Angesicht.