Des Sängers Leid und Lied
K. Kern
Ihr laßt den Sänger einsam wandern,
Der in die weite Ferne zieht,
Von einem Orten zu dem andern
Mit seinem Leid, mit seinem Lied.
Nicht mit dem Himmel will ich rechten,
Wie's immer auch mit mir geschieht,
Auch in des Lebens trüben Nächten
Blieb mir getreu mein Leid, mein Lied.
In Liebe mögt Ihr mein gedenken,
Wie ich von Euch in Liebe schied,
Und Eure Herzen freundlich lenken
Zu meinem Leid, zu meinem Lied.
Dann wird der Muth sich neu entzünden,
Die Sonne steigt, der Nebel fliegt!
Es wird der Sänger überwinden:
Mit seinem Leid, mit seinem Lied!