Abendlied

K. Reinecke

Die Sonne sinket nieder,

die stille Nacht kommt wieder

und Ruh' und Schlaf mit ihr;

sie bringt uns neue Kräfte,

für jedes Tags Geschäfte,

das danken wir, o Vater, dir!

Du führst aus dunkler Ferne

den Mond und tausend Sterne

am Firmament herauf.

Sie leuchten dir zu Ehre,

hoch über Land und Meere,

du aber lenkest ihren Lauf.

Wem kann ich ohne Grauen

mich froher denn vertrauen

als, güt'ger Vater, dir?

Ja, Vater, dir befehle

ich jetzo Leib und Seele,

lass deinen Segen ruh'n auf mir!