Der Herr von Juchheidi

K. Reinecke

Ich bin der Herr von Juchheidi,

So recht von Gottes Gnaden,

Ein jedes feuchte Kneipgenie

Grüß ich als Kameraden

Die Welt und alle ihre Pracht,

Wie duftig sie mir winken!

Die sind so recht für mich gemacht

Zum Schwärmen und zum Trinken.

Ich bin der Herr von Juchheidi,

Wohl ohne Furcht und Tadel,

Wenn ich hervor den Stammbaum zieh',

Ist er von altem Adel:

Gambrinum, Fürst von Flanderland

Zum Ahnherrn unser Haus hat,

Der war mit Bacchus stammverwandt,

Der im Olymp geschmaust hat.

Ich bin der Herr von Juchheidi,

Fidel und ohne Sorgen,

Des Abends spät, des Morgens früh,

Wie gestern heut' und morgen.

Stets sei der volle Becher nah

Und Sang und Duft der Rosen,

Die schöne Welt ist einmal da

Zum Zechen und zum Kosen.