König Mai

K. Reinecke

Die Vöglein prüfen die süßen,

Die silbernen Stimmen all,

Sie wollen den Mai begrüßen

Mit lieblichen Sanges Schall.

Die Bäume strecken die Neste

Zum blauen Himmel empor,

Und schmücken sich aufs Beste

Mit weißem Blüthenflor.

Es sprießen die Blumendolden

Ringsum in Feld und Wald,

Buntfarbig schimmernd und golden,

In tausenderlei Gestalt.

Und alle Lüftchen fächeln

So lieblich, lind und lau,

Die Strahlen der Sonne lächeln,

Verklärend Flur und Au'.

Und alle die Menschenkinder,

Die kommen gar froh herbei,

Sie wollen begrüßen nicht minder

Den jungen König Mai,

O Mai, Du Fürst wie keiner

Der Fürsten in aller Welt!

Wo ist, wie Du, noch einer,

Der solchen Einzug hält?