Requiem für die gefallenen Krieger
K. Reinecke
Rührt die Trommeln ernst und dumpf,
Senkt die Fahnen feierlich!
Jedem Heil, der im Triumph
Für das Vaterland verblich.
In der fremden Erde Schos
Ruht er nimmer heimathlos,
Der die Heimath unvergessen
Sich in unsern Herzen schuf!
Eine Thräne den Cypressen,
Doch den Lorbern Jubelruf!
Und wer friedlich rasten will,
Mag daheim zu Grabe gehn,
Unter Lindenwipfeln still,
Wo der Väter Kreuze stehn,
Wo der Epheu flüsternd bebt,
Der den Hügel grün umwebt.
Priesterlich verstreut die Linde
Liedersang und Blüthenduft;
Weinend legt ihr Kranzgewinde
Treue Liebe auf die Gruft.
Doch im Grabe öd' und fern
Ruhn die Kämpfer stumm gesellt;
Und nur Mars, der blut'ge Stern,
Grüßt herab vom Himmelszelt.
Unter Disteln blüht empor
Ungepflegter Blumen Flor.
Eine Gruft für hundert Herzen,
Die beseelt der gleiche Schlag;
Doch aus dieser Saat der Schmerzen
Reift der Ernte gold'ner Tag.
Die der Sturm dahingerafft,
Die der Schlachtengott verklärt,
Deutscher Einheit stolze Kraft
Haben fallend sie bewährt--
Und ihr Heldenarm zerbrach
Eines langen Wahnes Schmach.
Kommt die Wolke stumm gezogen,
Weint sie Thränen auf das Grab;
Und des Himmels farb'ger Bogen
Senkt verklärend sich herab.
Rührt die Trommeln ernst und dumpf,
Senkt die Fahnen feierlich!
Jedem Heil, der im Triumph
Für das Vaterland verblich.
In der fremden Erde Schos
Ruht er nimmer heimatlos,
Der die Heimat unvergessen
Sich in unsern Herzen schuf!
Eine Thräne den Cypressen,
Doch den Lorbern Jubelruf!