Rheinisches Volkslied

K. Reinecke

Steh' ich an meinem Fensterlein,

schau in die stille Nacht hinein,

den ich gesehen hab' so gerne,

der zog von mir in weite Ferne.

Weit entfernt in's fremde Land,

der mir so viel Leiden gab;

Leiden gab er mir sehr viel

und mein Herz schweigt nimmer still.

Schweig stille nur du armes Herz,

trag fein geduldig deinen Schmerz,

im Grabe ist dir Ruh' beschieden,

im Grabe findest du den Frieden.

Wollt ihr mich noch einmal seh'n,

steigt auf jenes Berges Höh'n,

schaut hinab in's tiefe Tal,

seht ihr mich zum letzten Mal.

Wenn die letzte Rose blüht,

ruf ich aus: Vergiß nicht mein!

Denn ein Englein hat's geseh'n,

wie wir beid' zusammen steh'n.