Winter

K. Reinecke

Sterbensmatt

Harrt am Baum das letzte Blatt;

Mitleidsvoll der Andern Lust und Weh

Decket längst der tiefe, tiefe Schnee.

Voller Pein

Blieb zurück es ganz allein;

Und es seufzt: O könnt' auch ich doch ruhn,

Ach, was soll ich einsam hier noch thun!

Rings um mich

Still die Welt so schauerlich!

Und mich mahnt der Wintersonne Glanz

Nur noch mehr, wie ich verlassen ganz!

Todeshauch!

Komm, gedenke meiner auch!

Lebe wohl, du holdes Frühlingswehn,

Mag ein neu Geschlecht den Lenz denn sehn!

Und vom Baum

Sinkt das Blatt als wie im Traum,

Leise wie ein letzter Odemzug, --

Bald verweht's der Sturm in wildem Flug.