Bei ihr!
K. Reissiger
Dir nah, o Götteraugenblick,
nah deines Mundes süßem Weh'n,
nah deiner vReize Glanz zu steh'n
ist mehr als Ewigkeiten Glück,
wie deiner Himmelsgüte Geist
verklärend sich am Freund beweist.
Kein Baum kühlt so mit frischem Zweig,
Verschmachtenden labt so kein Quell,
und Sonn' und Mond strahlt nicht so hell,
wie du schmückst meines Herzens Reich.
In keiner Zeit es je erlischt,
wie durch dich ward mein Herz erfrischt.
Nun dich ich sah, fürcht' ich den Tod!
Wie möcht' ich von der Erde geh'n,
da ich den Himmel hier geseh'n
in dir, du lieblich Morgenrot!
O Gott, wie ist das Leben süß!
Durch dich war ich im Paradies.
Lass mich mit dir nur atmen Luft,
lass leben mich in deinem Licht,
entzieh mir deine Liebe nicht,
die mich zu geist'gem Leben ruft!
Entreiß mir nie die reine Hand,
die mir die Todesgötter bannt.