Das Auge der Liebe

K. Reissiger

Nicht weicher Schlummer

Nahet so sanft, so süß

Als Gedanken an dich.

In dir, in dir,

Ruht

Von Kämpfen und Schlachten

Meine Seele.

Vater im Himmel!

Ist Lieben ein Traum?

O dann hülle, hülle

Meine Seele

In ewigen Schlaf;

O, dann laß nimmer, nimmer

Mich erwachen;

Welche Seligkeit

Willst du geben

Nach inniger Liebe!

Alles ist schön und entzückend und herrlich

Was deine Weisheit erschuf!

Doch nicht die Pracht der Sonne,

Nicht Mond, nicht Sterne,

Nicht den rings belebten Erdkreis

Lieb' ich

Wie das Auge

Das innig liebend mich anblickt!

Sendest du einst

Den unerbittlichen Boten

Meine Seele zu lösen

Daß zum Himmel sie schwebe:

Ach, in den Reihen der Seligen

Werd' ich suchen,

Weinend vor Sehnsucht,

Nach dem Auge

Meiner Liebe!