Der Geliebten
K. Reissiger
Ich schaute tief in deine Augen,
sie strahlten wie die Liebe schön;
ich konnt' in deinen Flammenblicken
ein Meer von süßen Träumen seh'n.
Ich schaute tief in deine Augen,
mein Morgen- und mein Abendrot;
ich fand durch sie ein neues Leben
und ach, zugleich den schönsten Tod!
Jetzt schauest du mit deinen Augen
nicht mehr, o Liebliche, zu mir;
d'rum hab' ich auch mein Herz begraben
tief ewig, ach, und weit von hier,
damit du nie es kannst erblicken
mit seinem tausendfachen Weh'n;
die Augen hab' ich nicht begraben,
sie müssen dich noch immer seh'n.