Der Kreuzfahrer

K. Reissiger

Die Muschel an dem Hute,

Den Pilgerstab zur Hand,

verliess mit Glaubensmuthe

das Heer, das Vaterland.

Die Trennung von den Lieben

sie war wohl schwer und bang,

ein Trost war mir geblieben

durch heiligen Gesang:

"Ave Maria, Benedeite! deine Gnade

schütze, leite nach Jerusalem die Pfade,

Ave Maria!"

Die Ungarn und Bulgaren,

bereiten uns Schmach,

der Muth der Glaubensschaaren

sich vor Nicäa brach.

Verschmachtend in der Wüste

schreckt uns nicht Pein und Noth,

wo unser Heiland büsste

ertönte noch im Tod:

"Ave Maria, Benedeite! deine Gnade

schütze, zu dem Himmel unsre Pfade,

Ave Maria!"

Mit Blut ward es errungen

Zions gelobtes Land,

mein schöner Traum verklungen,

ein Wahn hält nicht Bestand!

Von Palästina's Strande

drängt mich der Heimath Schmerz,

zum theuren Vaterlande,

an meiner lieben Herz.

"Ave Maria, Benedeite! deine Gnade

schütze, zu der Heimath meine Pfade,

Ave Maria!"