Die Traube von Canaan
K. Reissiger
"Kaleb, Palti, Sammuah,
Saphat, Igeal, Iosua,
Gaddi, Nahebi, Ammiel,
Sethur, Guel, Gadiel,
Zieht hinauf nach Canaan,
Seht allda das Land euch an:
Ob es lieblich und nicht ohne...?
Welch ein Volk darinnen wohne?
Ob sie Riesen, ob sie Zwerge?
Wie befestiget die Berge?
Wo auf gutes Obst ihr stoßt:
Nehmt davon, und seid getrost!"
Mose sprachs; sie zogen weit,
Weit hinauf in der Traubenzeit.
Und, wie sie Enak's Kinder sah'n:
Kam sie Angst und Bangen an.
Dennoch, sonder Weh und. Ach,
Kamen sie zum Traubenbach.
Dorten gab es viel zu klauben,
Trauben gab es über Trauben,
Und die schönste schnitten ab sie,
Hingen über einen Stab sie:
Zweie trugen den und fast
Brach der Stab, von solcher Last.
Brachten sie zu Mose dar,
Übertrieben es ganz und gar,
Mit dem Gebürge: wie's umher
Voll von Menschenfressern war':
Fräß' ein Ries' den andern auf!
Lügen sagten sie zuhauff.
Und das Volk begann zu zagen
Und zu murren, und zu klagen;
Kaleb aber wies die Trauben:
"Jenes Land, ihr könnt es glauben,
Trieft von Honig, Milch und Wein;
Muthig drauf, wir nehmens ein!"
Josua sprach auch ein Wort;
Doch es schrieen die Memmen dort:
"Steiniget sie, dann umgewandt,
Rückwärts nach Ägyptenland!" -
Da erschien der Herr in Pracht
Allem Volk, und sprach: "Habt Acht,
Jetzt will ich euch hier behalten,
Vierzig Jahr, und also walten,
Bis, was wider mich gemaulet,
Alles hier im Dürren faulet:
In mein heilig Land voll Wein
Soll kein Volk, das murrt, hinein."