Jägers Lieb'
K. Reissiger
Mein Lieb ist die Haide, der Hochwald mein Lieb,
Dem ich mich auf ewig zu eigen verschrieb;
Die grünende Dämmrung, der rauschende Baum
Ist Tags mein Gedanke, ist nächtlich mein Traum.
Das hallende Hifthorn, der Wald ist mein Lieb,
Dem ich mich auf ewig zu eigen verschrieb;
Mein Lieb ist das Hifthorn, das Männersinn weckt'
In Bergen und Thälern den Widerklang neckt'.
Die sichere Büchse, der Wald ist mein Lieb,
Dem ich mich auf ewig zu eigen verschrieb;
Mein Lieb ist die Büchse mit sicherem Blitz,
Da rettet nicht Stärke, nicht Schnelle, nicht Witz.
Das weidende Rehlein, der Wald ist mein Lieb,
Dem ich mich auf ewig zu Eigen verschreib;
Mein Lieb ist die Rehlein auf sprudelnden Quell --
Zieh' hin nur für heute, due schlanker Gesell!
Mein Lieb ist die Haide, der Hochwald mein Lieb,
Dem ich mich auf ewig zu Eigen verschrieb;
Dort raget ein Giebel, dort stehet ein Haus,
Da schauet ein schwarzbraunes Mägdlein heraus.
Mein Lieb ist die Haide, der Hochwald mein Lieb,
Dem ich mich auf ewig zu Eigen verschrieb;
Wohl nenn' ich vor andern den Wald und die Haid',
Doch mein' ich im Herzen die schwarzbraune Maid!