Liebe überall
K. Reissiger
Der Wind, der Wind,
der huscht so geschwind;
jetzt fährt er hoch und wild daher,
jetzt säuselt, klagt und schmeichelt er.
Und fragst du, was es gibt:
Er ist gewiss verliebt!
Das Blümlein klein
im Tal so fein
wiegt hin und her sein Angesicht
mit großem Aug', und sieht doch nicht.
Frag' heimlich, was es gibt:
Er ist gewiss verliebt.
Der Himmel lau
im engen Blau,
wie tut er weit und reich sich auf,
taut alle Morgen still darauf.
Und frag' ihn, was es gibt:
Er ist gewiss verliebt.
Es liegt so klar
mir alles dar;
es geht mir um und um im Sinn,
ich seh' es blühen, wallen, zieh'n.
Ich frag' noch, was es gibt?
Ich bin ja selbst verliebt!