Lüfte des Himmels

K. Reissiger

Lüfte des Himmels, wo ziehet ihr hin?

Wir schweben und weben

Ein fröhliches Leben--

In Blättern zu wühlen,

Die Stirne zu kühlen,

Mit Blumen zu spielen--

So säuseln wir linde herab und herauf,

Und enden im Aether den spielenden Lauf.

Wogen des Stromes, wo ziehet ihr hin?

Wir rauschende Wellen

Versinken und schwellen,

Wir küssen Gestade,

Und locken zum Bade,

Verschlungene Pfade,

Sie führen uns endlich zum Ziele daher,

Wir finden die Ruhe, die Ruhe im Meer.

Sehnsucht im Busen, wo ziehest du hin?

Hinauf zu den Sternen

In himmlischen Fernen,

Durch endlose Weiten,

Laß träumrisch mich gleiten,

Ohn' Grübeln und Deuten--

So schwebe ich lächelnd der Ewigkeit zu,

Und finde dort oben, nur oben erst Ruh.