Schifflein
K. Reissiger
Schifflein wiegt mich hin und wieder
durch die blaue Flut,
Schifflein taucht mich auf und nieder,
mir ist wohl zumut!
Schifflein schaukelt mich so milde,
wiegt in Schlummer mich,
und die schönsten Traumgebilde
reihen lieblich sich.
Träume nur von meiner Liebe,
träume nur von ihr,
dass ich ewig bei ihr bliebe,
ewig sie bei mir.
Und so schlumm're ich und schaukle
immer weiter fort,
und so träume ich und gaukle
froh von Ort zu Ort.
Wachend will ich nun umfangen
das geliebte Bild,
will an seinem Busen hangen
innig, treu und mild!
Aber alles ist zerronnen,
Schifflein, Flut und Traum,
und des Herzens stille Wonnen
schwanden hin wie Schaum!
Nichts von allem ist geblieben
als der tiefe Schmerz.
Nur im Traume darfst du lieben,
armes, armes Herz!