Von der Loire grünenden Ufer

K. Reissiger

Von der Loire grünendem Ufer

Zog einst ein Ritter in das heil'ge Land,

Ach! die Geliebte mußt er verlassen:

Wellen, so ruft er, am fernen Meeresstrand,

Wenn ihr sie seht, o so grüßt sie bescheiden,

Sagt ihr, ich duld' und ich trag es still,

Nennt ihr mein Lieben, o nennt ihr mein Leiden,

Wie mir das Herz, das Herz mir brechen will.

Wird sie getreu mir die Liebe bewahren?

Weh! ohne Abschied mußt ich von ihr fort.

Segelt ihr Lüfte mit eilenden Schwingen,

Bringt ihr des Freundes vertrauliches Wort:

Wenn ihr sie seht, o so grüßt sie bescheiden,

Sagt ihr, ich duld' und ich trag es still,

Nennt ihr mein Lieben, o nennt ihr mein Leiden,

Wie mir das Herz, das Herz mir brechen will.

Und die Drommeten sie rufen zum Kampfe,

Ach! und der Tapfre sinkt im blut'gen Reih'n.

"Engel des Himmels, o bringt ihr die Kunde:

Lebend und sterbend gehör' ich dir allein.

Wenn ihr sie seht, o so grüßt sie bescheiden,

Sagt ihr, ich duld' und ich trag es still,

Nennt ihr mein Lieben, o nennt ihr mein Leiden,

Wie mir das Herz, das Herz nun brechen will."