Wie mir ist
K. Reissiger
Mein Kopf ist wüst, mein Herz ist voll,
ich weiß nicht, was ich will und soll;
bald zieht's ins Freie mich hinaus,
bald treibt es mich ins stille Haus.
Da drückt's, als wär' ich schuldbewusst,
wie Felsenmassen meine Brust;
ich finde nirgends Rast noch Ruh',
denn überall winkt dein Bild mir zu.
Die Sehnsucht sitzt zur Rechten mir
und flüstert leise stets von dir.
Die Wehmut ziehet ein und aus
und presst mir heiße Tränen aus.
Der Liebe Schmerz zerreißt die Brust,
erstorben ist die Lebenslust.
ich finde nirgends Rast noch Ruh',
denn überall winkt dein Bild mir zu.
O still' die namenlose Pein
und lass mich endlich glücklich sein!
Dein Händedruck macht mich beglückt,
dein frommes Auge mich entzückt,
dein Kuss, o wonnevolle Lust,
erleichtert die beschwerte Brust.
ich finde nirgends Rast noch Ruh',
denn überall spricht dein Bild mir zu.