An den Mond
K. Rungenhagen
Trauter Mond, du lieblicher stiller Freund,
Sehnend schaust du der Sonn' ins Strahlenauge.
Und ihr Schimmer strahlt wieder von deinem Antlitz,
Und du wirst uns der schaurigen Nächte Licht.
Sehnst du wohl dahin dich nach ihrem Glanz?
Möchtest tauchen die wohl in ihren Schimmer?
Möchtest wohl versinken in ihren Gluthen?
Ihr vor Lieb' an der Flammenbrust vergehn?
Wandle fort! Vereint ergießen sich einst
Sonn' und Erd' und Mond und die tausend Sterne,
Und der Menschen sehnende kranke Geister
Und der Weltgeist im ewigen Lichtstrom hin.
Wandle fort, du lieblicher stiller Freund,
Blicke fort nur der Sonn' ins Strahlenauge,
Dann strahlt wieder ihr Schimmer von deinem Antlitz,
Und du wirst uns der schaurigen Nächte Licht.