Das glückhafte Schiff
K. Zuschneid
Es schwebt ein Schiff in stolzer Pracht
Auf weißen Wellenkämmen;
Von deutschen Meistern ist's gemacht
Aus deutschen Eichenstämmen.
Als Gallionbild schaut am Bug
Sanct Michel in die Bogen;
Voran kommt mit gewalt'gem Flug
Ein Königsaar gezogen.
Glück auf, du trautes Schiff, Glück auf!
Du trägst die deutsche Ehre.
Trag' sie in keckem Siegeslauf
Beflügelt durch die Meere!
Und wenn du Nachts vom Pfade irrst --
Mit hellem Feuerbrande
Winkt mahnend dann ein Geisterfürst,
Auf daß dein Kiel nicht strande.
Glück auf, Gesellen, stark und kühn,
Die auf dem Fahrzeug walten:
Die drunt' im dunklen Raum sich mühn',
Die droben Auslug halten!
Glück auf vor Allen, Wikingheld!
Des Königsboot's Gebieter!
Fürwahr! Das schönste Schiff der Welt
Hat auch die treu'sten Hüter.
Gott sei sein Hort, sein Schirm, sein Gast!
Soll gnädig All' bewahren:
Die Kaiserflagge hoch am Mast,
Und die darunter fahren.
So zieh', gefeit ge'n Bö und Riff,
Beneidet und bewundert.
Germania, das glückhaft' Schiff,
In's zwanzigste Jahrhundert!