Gesang der Engel aus Hanneles Himmelfahrt

R. Kahn

Auf jenen Hügeln die Sonne,

Sie hat dir ihr Gold nicht gegeben;

Das wehende Grün in den Tälern,

es hat sich für dich nicht bereitet.

Das goldene Brot auf den Äckern,

Dir woolt'es den Hunger nicht stillen;

Die Milch der weidenden Rinder,

Dir schäumt sie nicht in den Krug.

Die Blumen und Blüten der Erde,

Gesogen voll Duft und voll Süße,

Voll purpur und himmlischer Bläue,

Dir säumten sie nicht deinen Weg.

Wir bringen ein erstes Grüßen

Durch finsternis getragen;

Wir haben auf unsern Feldern

Ein Hauchen von Glück.

Wir führen am Saum uns'rer Kleider

Ein erstes Duften des Frühlings;

es blühet von unsern Lippen

Die erste Röte des Tages

Es leuchtet von unsern Füßen

der grüne Schein uns'rer Heimat;

Es blitzen im Grund uns'rer Augen

Die Zinnen der ewigen Stadt.