Lied des Phileros (aus Pandora)
R. Kahn
Zu freieren Lüften hinaus, nur hinaus!
Wie drängen mich Mauern! Wie ängstet das Haus!
Wie sollen mir Felle des Lagers genügen?
Geläng' es, ein Feuer in Träume zu wiegen?
Nicht Ruhe, nicht Rast
Den Liebenden fasst.
Was hilft es, und neiget das Haupt auch sich nieder
Und sinken ohnmächtig ermüdete Glieder;
Das Herz, es ist munter, es regt sich, es wacht,
Es lebt den lebendigsten Tag in der Nacht!
Alle blinken die Sterne mit zitterndem Schein,
Alle laden zu Freuden der Liebe mich ein,
Zu suchen, zu wandeln den duftigen Gang,
Wo gestern die Liebste mir wandelt' und sang,
Wo sie stand, wo sie saß, wo mit blühenden Bogen
Beblümete Himmel sich über uns zogen,
Und um uns und an uns so drängend und voll
Die Erde von nickenden Blumen erquoll.
O dort nur, o dort
Ist zum Ruhen der Ort!