Rothe rose

R. Kahn

Blühe, rote Rose, blühe

flammend wie ein erster Kuss,

uns'rer Herrin, der geliebten,

neige dich in stummem Gruß.

Wie wir Perlen und Juwelen

Königen zu Füßen legen,

trag' des Morgens Silbertropfen,

ihr den Abendtau entgegen.

Flüst're leis' mit süßen Düften

von der holden Sommernacht;

alles liegt in Schlaf versunken,

nur allein die Liebe wacht:

Dass sie steht, erschrocken halb,

halb von sel'gem Traum umfangen.

Röter noch als du, o Rose,

flammt der Purpur ihrer Wangen.