Mein altes Roß
Karl Albert von Bombelles, Graf von Bombelles
Mein altes Roß,
Mein Spielgenoß,
Was siehst du mich wiehernd an?
Deine Sehne, wie lahm!
Mein Mut, wie zahm!
Wir reiten nicht mehr hindan!
Du schüttelst dein Haupt,
Deine Nüster schnaubt!
Ich glaube, du träumst, Kamerad:
Wir fliegen zusamm'
Über'm Bergeskamm
Den alten geliebten Pfad!
Ein knarrendes Tor,
Du scharrst davor,
Deine schäumende Stange tropft!
Ein rauschend Gewand,
Eine weiße Hand,
Die den funkelnden Hals dir klopft!
Es stäubt der Kies,
Schlaf süß, schlaf süß;
Und hinaus in die blauende Nacht!
Auf tauigem Rain
Im Mondenschein,
Dahin mit Macht, mit Macht!
Verhängt den Zaum,
Im Herzen ein Traum,
Auf der Lippe den letzten Kuß;
Dumpf hallender Huf
Und Wachtelruf,
Und fern ein rauschender Fluß!
Einen letzten Blick zurück,
Zurück, zurück
Auf der Liebsten schlafendes Haus!
Mein Kamerad,
Wie schad', wie schad',
Daß alles, alles ist aus!
Mein Kamerad,
Den geliebten Pfad,
Den hat verweht der Schee!
Und das Tor verbaut
Und verloren die Braut,
Und mein Herz so weh, so weh!