Die stillen Wanderer

(Karl) Friedrich Curschmann

Die Wolken ziehn vorüber

Und Keiner hört sie gehn,

Die linden Lüfte kommen

Und Keiner hört sie wehn.

Das Bächlein wiegt im Grünen

Der Wellen Silberschein;

Es nickt das Schilf am Ufer,

Als schlief es eben ein.

Alle Sternlein an dem Himmel,

Die wandern fort und fort.

Es sind wohl ihrer viele,

Und reden doch kein Wort.

Der Mond grüßt all' die Kleinen

Mit stillem Liebesgruß,

Sie hören ihn nicht kommen,

So leise tritt sein Fuß.

Ihr Sänger in dem Walde

Schließt wohl die Augen zu,

Doch ich muß geh'n und wandern

Und habe keine Ruh.

Und kann es nicht verschweigen,

Es treibt mich fort von hier.

Denn all' mein Thun und Denken

Zieht mich zu ihr -- zu ihr!