Sonett XVIII

(Karl) Friedrich Curschmann

Nunmehr da Himmel, Erde schweigt und Winde,

Gefieder, Wild, des Schlummers Bande tragen,

Die Nacht im Kreise führt den Sternenwagen,

Und still das Meer sich senkt in seine Gründe:

Nun wach' ich, sinne, glühe, wein', und finde

Nur sie, die mich verfolgt mit süßen Plagen.

Krieg ist mein Zustand, Zorn und Mißbehagen;

Nur, denk' ich sie, winkt Friede mir gelinde.

So strömt, was mich ernährt, das Süß' und Herbe,

Aus eines einz'gen Quell's lebend'gem Strahle;

Dieselbe Hand gibt Heilung mir und Wunden.

Und daß mein Leiden nie ein Ziel erwerbe,

Sterb' und ersteh' ich täglich tausend Male;

So weit entfernt noch bin ich zu gesunden.