Die Sehnsucht
Karl Friedrich Ludwig Hellwig
Der Jüngling jagt durch die Felsenkluft,
Ihm brennen die Lippen, die Wangen,
Und rastlos sucht er, und schaut, und ruft
Kein Wesen enthüllt sein Verlangen.
Die Echo gibt ihm sein Wort zurück,
Doch flieht er ihr leeres Gewimmer;
Die Ferne tritt nicht vor seinen Blick,
Und hört den Bittenden nimmer!
Er nimmt die Laute mit leiser Hand,
Sein Busen wird weiter und freier,
Und Himmelstöne, ihm unbekannt,
Entlockt er der zitternden Leier.
Und nicht mehr schweifet der Blick so wild,
Die Qualen des Tiefsten entweichen;
Er schaut der Fernen verklärtes Bild --
Nur kann er sie hier nicht erreichen!