Trostlied
Karl Friedrich Ludwig Hellwig
Ich denk' in meinem Kummer:
"Du mußt geduldig sein!"
Bei stiller Nacht im Schlummer
Vergeß' ich viele Pein.
Ich denk' in meinen Zähren:
"Kein Gram kann ewig währen;
Nur still!"
Ich denk' in meinen Sorgen,
Wo oft kein Trost besteht:
"Wer weiß, was Gott verborgen
Mit dir für Wege geht."
Dieß lindert dann die Schmerzen
In dem beklemmten Herzen
Und stärkt.
Ich denk' in meinem Kreuze
An Jesu Kreuz und Pein.
Ich blick auf Ihn, und reize
Mein Herz, getrost zu sein.
Er hilft aus allen Nöthen:
Drum ließ er sich ja töden
Für mich!
Ich denk' in meinen Sünden,
Wovor mein Herz erbebt:
"Gott wird dich schon entbinden,
So wahr als Jesus lebt!"
Im Kampf des Glaubens fasse
Ich Sein Verdienst, und lasse
Ihn nicht!
Ich denk', wenn Zweifel nagen
Auf Trost aus Gottes Wort:
Das muß die Wahrheit sagen,
Denn es ist Gottes Wort.
Der Satan will nur lügen:
Ich will ihn schon besiegen
Mit Gott!
Ich denk' bei jedem Leiden,
Das meinen Geist bedrängt:
"Ermuntre dich zum Streiten;
Es ist also verhängt.
Genug, du bist Gott theuer
Und wirst im Prüfungsfeuer
Bewährt!"
Und säh' ich auch das Ende
Von meinem Jammer nicht;
So winde ich die Hände
Und mache mirs zur Pflicht:
Mich unter tausend Thränen
Nach meinem Gott zu sehnen;
Er hilft!
Er hilft! Das Ziel der Leiden
Wird einst noch, mir zur Lust
Und Ihm zum Ruhm entscheiden,
Was ich hier nicht gewußt.
O Himmel, mit Entzücken
Werd ich Dich dann erblicken!
Komm bald!