Ich denke dein
Karl Friedrich Zelter
Ich denke dein, wenn sich im Blüthenregen
Der Frühling malt,
Und wenn des Sommers mild gereifter Segen
In Ähren strahlt.
Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend
Gen Himmel hebt,
Und vor der Wogen Wuth das Ufer stöhnend
Zurücke bebt.
Ich denke dein, wenn sich der Abend röthend
Im Hain verliert,
Und Philomelens Klage leise flötend
Die Seele rührt.
Beim trüben Lampenschein, im bittern Leiden
Gedacht' ich dein,
Die bange Seele flehte, nah am Scheiden:
Gedenke mein!
Ich denke dein, bis wehende Cypressen
Mein Grab umziehn,
Und auch im Tempe's Hain soll unvergessen
Dein Name blühn.