Wegewart
Karl Heinrich Carsten Reinecke
Es wartet ein bleiches Jungfräulein
Den Tag und die dunkle Nacht allein
Auf ihren Herzliebsten am Wege,
Wegewart! Wegewart!
Sie spricht: Und wenn ich hier Wurzeln schlag
Und warten soll bis zum jüngsten Tag,
Ich warte auf ihn am Wege,
Wegewart! Wegewart!
Vergessen hat sie der wilde Knab',
Und wo sie gewartet, da fand sie ihr Grab,
Ein Blümelein sprießet am Wege,
Wegewart! Wegewart!
Der Sommer kommt und der Sommer geht,
Der Herbstwind über die Haide weht,
Das Blümlein wartet am Wege,
Wegewart! Wegewart!